Die Atomangst in Deutschland ist älter als Fukushima, nach fünfzig Jahren ist es an der Zeit zu beantworten, ob sie berechtigt ist

  • Die Bundesregierung kann während der größten Energiekrise seit Jahrzehnten nicht entscheiden, ob der im Dezember auslaufende Betrieb der Atomkraftwerke verlängert werden soll oder nicht.
  • Ein Teil der Öffentlichkeit kämpft seit einem halben Jahrhundert gegen die Atomkraft. Auch die Regierungspartei der Grünen ist bei diesem Thema gewachsen.
  • Das Journal E hat die Entwicklung der Atomdebatte in Deutschland von der Geschichte bis zur Gegenwart in einem langen Text zusammengefasst. Dies wird helfen zu verstehen, warum die deutsche Politik heute gelähmt ist.

Während beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung Fotos von Bundeskanzler Olaf Scholz und zwei halbnackten Frauen, die das Gasembargo befürworten, in den Medien und sozialen Netzwerken am meisten Beachtung fanden, wurde auf derselben Veranstaltung Wirtschaftsminister Robert Habeck damit konfrontiert drängendsten Fragen rund um den Winter und die Energiekrise. Eine davon war, ob sie die drei verbleibenden Kernkraftwerke nach dem Jahreswechsel in Betrieb halten würde.

Die Antwort des Wirtschaftsministers fiel jedoch ausweichend aus: „Bis heute ist keine Entscheidung so oder so getroffen worden“.

Kernwiderstand hat in Deutschland eine lange Geschichte und ist irgendwie Teil der dortigen politischen Kultur. Er steht nicht nur hinter der Fukushima-Tragödie von 2011, nach der die endgültige Entscheidung zur Abschaltung von Atomreaktoren getroffen wurde. Auch für die Koalitionspartei der Grünen ist der Ausstieg aus der Kernenergie seit ihrer Gründung in den 1980er Jahren ein wichtiger Bestandteil der Agenda.

Doch Deutschland, das jahrzehntelang auf gute Beziehungen zu Russland als wichtigstem Gaslieferanten gesetzt hat, droht nun die Energie auszugehen. Seit Kriegsbeginn ist Europas Gasversorgung um ein Fünftel geschrumpft. Außerdem hat Gazprom heute auch die letzte Turbine der Gaspipeline Nord Stream 1 abgeschaltet, und niemand weiß, ob das Gas nach der Betriebsunterbrechung wieder fließen wird.

Der Staat hat das Land mit Kampagnenplakaten bedeckt, auf denen die Menschen aufgefordert werden, beispielsweise energieeffizientere Duschköpfe zu verwenden. Gleichzeitig werden aber auch die Stimmen lauter, zumindest die letzten funktionsfähigen Reaktoren zu erhalten. Die deutsche Politik ist daher gelähmt, ihre Vertreter wissen nicht, ob sie an ihren Versprechen und Idealen festhalten oder sich der harten Realität stellen sollen.

Trotzdem Mitglieder der Grünen sie tun sodass sie kein Interesse daran sehen, die Lebensdauer von Atomkraftwerken zu verlängern. Sie diskutieren über die Sicherheit und die Höhe der Wartungskosten für Kraftwerke.

„In Deutschland herrscht jetzt große Angst vor dem Verlust des Lebensstandards“, sagt Miroslav Mareš, Professor für Politikwissenschaft an der Masaryk-Universität in Brünn. „Der Übergang zu grüner Energie ohne Kernenergie, der mit Hilfe von Gas ohne große Opfer möglich schien, wird unter dem Einfluss des Krieges in der Ukraine erschwert. Die Folge ist,

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Rein Geissler

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