Lokale Mandatsträger sprechen von einer dramatischen Situation.
MÜNCHEN. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sagt, Deutschland habe keine garantierte Gasversorgung, da der Ministerpräsident des Landes davor gewarnt hat, dass die größte Volkswirtschaft der EU zusammenzubrechen droht.
Sein baden-württembergischer Amtskollege Winfried Kretschmann sagte in einer von der Süddeutschen Zeitung organisierten Debatte, die Lage sei dramatisch und die mögliche Abschaltung bestimmter Unternehmen von der Gasversorgung könne die Lieferketten der „Automobilindustrie“ beeinträchtigen.
Schuldenspirale
Bayern und Baden-Württemberg gehören zu den Wachstumsmotoren der deutschen Wirtschaft.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat heute mitgeteilt, dass er eine komplette Unterbrechung der Versorgung durch die Gaspipeline Nord Stream 1 befürchtet aus Russland nach Deutschland auf den Grund der Ostsee.
„Im Moment denke ich, dass die Gasversorgung nicht gewährleistet ist“, zitiert die dpa Söder, Chef der Christlich Sozialen Union (CSU). „Es ist viel schlimmer, als die meisten Leute denken“, fügte er hinzu.
Ihm zufolge wird sich das Leben für manche Menschen durch die Energiekrise dramatisch verändern. Er warnte in diesem Zusammenhang vor einem „explosiven“ Anstieg der Energiepreise und einem Rückgang des Lebensstandards der Mittelschicht. Gleichzeitig riskiere die Wirtschaft einen „Herzinfarkt“, erklärte der konservative Politiker.
Er erklärte, dass jedes Unternehmen, das von der Gasversorgung abgeschnitten sei, mit grundlegenden wirtschaftlichen Problemen konfrontiert sei, die der Staat nicht kompensieren könne. Deutschland schlittere bereits in eine „riesige Schuldenspirale“, sagte er.
Wirtschaftliche Komplikationen
Baden-Württembergs Regierungschef Kretschmann sagte, er wolle nicht unnötig dramatisieren, sondern die Situation realistisch darstellen. „Und natürlich ist es ein Drama“, sagte er. Ihm zufolge dürfen bei einem Zusammenbruch der Lieferketten in der Automobilindustrie nicht plötzlich Millionen von Arbeitsplätzen „fallen“.
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Nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) droht ab dem 11. Juli, wenn die jährlichen Wartungsarbeiten an der Pipeline beginnen, eine „Sperrung der gesamten Gaspipeline Nord Stream 1“.
Habeck warnte auch davor, dass eine solche Entwicklung in den Wintermonaten zu erheblichen Komplikationen bei der Gasversorgung führen könnte. Er fügte jedoch hinzu, dass Deutschland die Gaslieferungen für den Sommer zugesichert habe.
Söder und Kretschmann forderten die Bundesregierung auf, klare Regeln für das Vorgehen bei Gasknappheit zu schaffen. Sie wollen, dass er festlegt, welche Industrien beliefert werden und welche nicht.
Während Kretschmann eine Senkung des Tempolimits auf Autobahnen für mindestens zwei Jahre als möglichen Ausweg aus der drohenden Energiekrise sieht, plädiert Söder für eine Verzögerung der Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke. Gleichzeitig will Deutschland bis Ende dieses Jahres aus der Kernenergieerzeugung aussteigen.
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